Am Trapez durch die Manege
Mitmachzirkus „El Dorado“ arbeitet mit Grundschülern zusammen
Strücklingen „Die Trapezgruppe ist eine sehr, sehr schwierige Gruppe“, sagt Jesse Thiel durch das Mikrofon. „Dafür brauche ich Kinder mit gewissen Voraussetzungen und Talenten.“ So sollten sie keine Höhenangst haben und eine gewisse Fingerfertigkeit besitzen. Und das Wichtigste: Körperspannung. Dass sie diese Fähigkeiten durchaus hat, stellt unter anderem die kleine Amy-Sue am Montagvormittag unter Beweis. Und mit ein wenig Hilfe von Jesse Thiel macht sie eine Rolle am Trapez und sitzt anschließend „ruck zuck“ oben drauf.
Seit Montag ist der Mitmachzirkus „El Dorado“ der Familie Thiel aus Lilienthal im Rahmen einer Zirkusprojektwoche der Marienschule zu Gast in Strücklingen. Seine Zelte hat er auf dem Dorfplatz aufgeschlagen. Zunächst stellt Jesse Thiel den Kindern der Grundschule die verschiedenen Gruppen vor. So können die Schüler unter anderem auswählen, ob sie lieber Trapezkünstler oder Akrobaten sein wollen, Hula Hoop vorführen, Ziegen, Hunde oder Lamas dressieren oder voltigieren möchten.
Die Ziegen haben es Greta (7), Annika (9), Maike (10), Mara (7), Mona (8) und Lisa (9) angetan. Ziegen oder Hunde dressieren möchte Jan (9). Auch Annalena (7), Konstantin (8), Amely (6) und Mark (6) würden gern mit Hunden arbeiten. „Ich habe auch einen zuhause“, sagt Annalena. Voltigieren möchte Jill-Sophie. „Wir haben zwei Bauernhöfe bei uns. Da darf ich manchmal reiten“, sagt die Zehnjährige. Auch Enneke (7), die in ihrer Freizeit reitet, sowie Celina-Aileen (9), Anna (9), Michelle (7) und Inga (6) mögen Pferde besonders gern. Für Hula Hoop will sich hingegen Leona (6) entscheiden, Akrobaten möchten Eike (9) und Reana (8) sein.
Täglich werden die Artisten ab diesem Dienstag bis kommenden Freitag mit allen Kindern der Grundschule jeweils zwei Schulstunden lang im Zirkuszelt proben. Die Generalprobe erfolgt am Freitag, 4. Dezember, für die Kindergartenkindern. Am gleichen Tag um 16 Uhr stellen die Schulkinder dann ihren Eltern und weiteren geladenen Gästen in einer spektakulären Show vor, was sie in der Woche gelernt haben.
„Alle vier Jahre veranstalten wir das Projekt, so dass jedes Kind einmal in den Genuss kommt“, sagt Schulleiterin Monika Olling. Unterstützt wird die Zirkus-Projektwoche von der Regionalstiftung Cloppenburg der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO). Wie berichtet, hatte sie der Schule im Juni dieses Jahres 1500 Euro gespendet.
Seit 2003 arbeitet die Schule zudem nur mit den vierten Klassen an einem Zirkusprojekt. Diese wird initiiert durch die Suchtberatungsstelle der Edith-Stein-Stiftung. Dabei geht es um frühzeitige Suchtprävention. Darin geht es darum Sozialkompetenzen zu erlangen, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und das Selbstbewusstsein zu stärken. Und dies sind auch die Ziele der Zirkus-Projektwoche.
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