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Springen für die Konzentration

02.07.2015

von Tanja Mikulski (NWZ)

 

Aktionstag zur Bewegung fand an Grundschule Strücklingen statt

 

„Hip, hop, Bewegung ist top“, schallt es am Donnerstag durch die Marienschule Strücklingen an der Jahnstraße 1. Bärbel Fisser-Wilmerding, Physiotherapeutin und Multiplikatorin für das Projekt „Bewegte Schule“ treibt die Grundschüler der Klasse 4a und Klassenlehrerin Tanja Henken zur Bewegung an. Sie stehen vor ihren Tischen, bewegen das rechte Knie und die linke Hand zueinander und umgekehrt.

 

Danach verteilt die Multiplikatorin einige Zettel auf dem Fußboden und teilt die Schülerinnen und Schüler in Gruppen ein. Auf den Zetteln stehen Worte, aus denen die Kinder Sätze legen müssen. „Bewegung führt zum Bewegtsein“, „Wer gut sitzt, kann noch besser arbeiten“, „Gesunder Kinderrücken macht stark“ und „Bewegung in der Schule ist der Hit, sie hält den Körper und das Denken fit“ sind nur einige der Sätze, die die Schüler bilden. Den letzten Satz liest Fisser-Wilmerding noch einmal vor. Bei jedem Wort, das groß geschrieben wird, hüpfen die Kinder ein Mal in die Höhe, bei jedem, das klein geschrieben wird, gehen sie in die Hocke.

 

45 Minuten lang leitet die Multiplikatorin die Schüler an diesem Aktionstag „Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe“ an, bringt Bewegungsspiele in den Unterricht und klärt sie darüber auf, welche Bedeutung die Sätze haben. „Alles, was ich mit Bewegung mache, bleibt länger präsent. Ich erlebe es anders“, sagt Fisser-Wilmerding. Außerdem verbessere dies die Ausdauer und die Konzentration.

 

Wichtig sei auch die Stärkung des Rückens. Wer lange sitze, der würde irgendwann auf dem Stuhl zusammensacken. Die Augen und Ohren würden müde werden. Man unterscheide nicht mehr die wichtigen von den unwichtigen Dingen. Fisser-Wilmerding erklärte den Kindern, dass sie auch bei den Hausaufgaben etwas gegen eine schlechte Haltung tun könnten. So würde es helfen, sich einfach mal andersherum auf den Stuhl zu setzen, sich vor den Stuhl zu knien und die Aufgaben auf diesem zu erledigen.

 

Die Physiotherapeutin erinnert noch einmal an den Satz „Gesunder Kinderrücken mach stark“ und nimmt prompt die Schulranzen der Kinder unter die Lupe. Fest müsse dieser auf dem Rücken in einer bestimmten Höhe sitzen. Sonst könne dies auf Dauer zu Halteschäden führen. „Die Schultasche ist euer Trainingsgerät für den Rücken“, richtet sich Fisser-Wilmerding an die Schüler.

 

Aber nicht nur die Schüler von insgesamt drei Klassen der Marienschule erfuhren etwas über die Wichtigkeit von Bewegung. Auch die Lehrer wurden am Nachmittag im Rahmen einer Fortbildung informiert. Abends gab es für die Eltern der Schüler einen Informationsabend.

Über das Projekt

Das niedersächsische Projekt „Bewegte Schule“ setzt auf Gesundheitsprävention an Grundschulen und organisiert dafür Aktionstage. Der Aktionstag „Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe“ findet im Rahmen des Aktionsplanes „Lernen braucht Bewegung – Niedersachsen setzt Akzente“ des Niedersächsischen Kultusministeriums in Kooperation mit dem Landessportbund Niedersachsen statt.

Hintergrund ist, dass sich Grundschulkinder nur noch eine Stunde pro Tag bewegen, durchschnittlich sitzen sie neun Stunden täglich. Am Aktionstag werden Lösungsansätze für Probleme angeboten. Probleme sind unter anderem: über zwei Drittel der Schüler sitzen auf Stühlen und an Tischen, die nicht ihrer Körpergröße angepasst sind; viele klagen über Rückenschmerzen, Haltungsstörungen und psychophysische Störungen nehmen zu; bei 80 Prozent der Ranzen sind zu schwer.